Transference Focused Psychotherapy Institut München
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Programm des Transference Focused Psychotherapy Institut M6uuml;nchen
Aktuelle Termine:
G3 Grundkurs am 19./20.05.2017

TFP Ausbildung und Training



Die übertragungsfokussierte bzw. Psychodynamische Psychotherapie der Borderline-Störungen nach dem TFP-Modell kann sowohl als ambulante analytische Psychotherapie, als tiefenpsychologisch fundierte wie als stationäre Psychotherapie angewandt werden.

Für den Bereich der ambulanten Psychotherapie empfiehlt sich die Teilnahme an einem Curriculum mit Basis- und Aufbaukursen (G- und F-Kurse) und der Besuch einer kontinuierlichen Supervisionsgruppe.

Im Bereich der stationären Psychotherapie bietet das TFP-Institut München e.V. eine Kombination von Training vor Ort und der Möglichkeit, einzelne Module des Curriculums in München zu besuchen. Vor Ort finden Einführungs- und Vertiefungsseminare sowie regelmäßig Supervision statt.


Aufbau und Inhalt des Curriculums

Das Curriculum orientiert sich im Aufbau didaktisch an den Behandlungsphasen der Übertragungsfokussierten Psychotherapie. Zusätzlich zu theoretischem Input werden die wesentlichen Therapieprinzipien in videografierten Behandlungsausschnitten veranschaulicht und im Rollenspiel eingeübt.

Grundkurs G1: Es werde in einnem ersten Überblick die wissenschaftlichen und theoretischen Grundlagen der TFP und die wesentlichen Elemente ihrer Behandlungstechnik dargestellt. Insbesondere werden prognostisch relevante Ziele der Diagnostik, die typische Borderline-Psychopathologie in verschiedenen Kontexten und die Psychodynamik der therapeutischen Beziehung aus objektbeziehungspsychologischer Perspektive diskutiert. Die Reflexion der Beziehungsdyaden, die Prinzipien, Strategien und Techniken der TFP sowie der Therapieablauf (Diagnostik, Contract und Therapiephasen) werden erläutert. Die praktische Erprobung und Veranschaulichung erhält breiten Raum.

Grundkurs G2: Die Grundlagen der begleitenden Supervision werden besprochen. Anschließend befassen wir uns mit der phänomenologischen Diagnostik und Klassifikation der Borderline-Störung nach ICD-10 bzw. DSM IV (bzw. DSM V). Dem kategorialen Ansatz wird der dimensionale Ansatz Kernbergs gegeübergestellt. Auf diagnostische Erhebungsinstrumente wird eingegangen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem strukturellen psychodynamischen Interview, das O. F. Kernberg für die Erfassung der Borderline-Persönlichkeitsorganisation (BPO) entwickelt hat. Wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklungen (STIPO, BPI) werden vorgestellt. Die diagnostische Arbeit wird mittels Videosequenzen und Rollenspielen der Teilnehmer praktisch erfahrbar.
Auf die Bedeutung der Bindungsmuster und auf das Konzept der Mentalisierung wird eingegangen.
Die "Übersetzung" der diagnostischen Informationen in eine TFP-bezogene Behandlungsindikation wird erarbeitet.

Grundkurs G3: Es werden Kenntnisse über die verschiedenen Behandlungsphasen der TFP vermittelt. Der diagnostischen Phase folgt der therapievertrag, mit den Aufgaben und Verantwortlichkeiten von Patient und Therapeut. Dadruch wir die Grundlage geschaffen, interaktionelle Konflikte und Störungen der Impulskontrolle in eiem sicheren Rahmen zu reflektieren und zu bearbeiten. Typische Themen des kontraktes sind der Umgang mit der Suizidalität, Selbstverletzung, Suchtmittelmissbrauch und Tendenzen, die Therapie abzubrechen. Die Besonderheiten der Vertragsvereinbarung im stationären Rahmen werden besprochen. Modifikationen, die sich durch Komorbitäten, wie z. Bsp. Essstörung oder die Selbstwertproblematik ergeben, werden diskutiert.
In der mittleren Therapiephase steht die Arbeit an den typischen Übertragungs- und Gegenübertragungsmustern im Fokus. Anhand dominanter Objektbeziehungsdyaden werden sie identifiziert, therapeutisch exploriert und integriert. Dazu dienen die Behandlungstechniken der Klärung, der taktvollen Konfrontation und der Deutung. Der Umgang mit Behandlungshindernissen, Widerstand und Rückfallen wird eingeübt.
In der späten Therapiephase beginnt sich die Identität der Patienten auf eiem besser integrierten Niveau zu stabilisieren. Parameter für die Bewertung von Behandlungsfort- bzw. -rückschritten werden diskutiert und die Bearbeitung des Therapieendes erörtert.

Grundkurs G4: Das Seminar beschäftigt sich mit besonderen Behandlungssituationen und weiteren Anwendungsmöglichkeiten der TFP.
Dabei geht es nochmals um Modifikationen, die sich aus spezifischen Behandlungssettings (ambulant vs. stationär), aus bestimmten Komorbitäten (Narzissmus, Trauma) oder aus der Kombination mit anderen Behandlungsverfahren (Achtsamkeit, Skilltraining, Psychoedukation, Pharmakotherapie) ergeben.
Ein weiterer Aspekt ist, wie mit notwendigen Abweichungen von der technischen Neutralität flexibel und erfolgreich umgegangen werden kann.
Die Aufwendung von TFP in therapeutischen Teams wird aufgezeigt.

 

Im Aufbaukurs für Fortgeschrittene mit Supervision vertiefen wir im F1-Kurs noch einmal die typischen Problemsituationen zu Therapiebeginn. Die verwirrende Vielzahl von andrängenden Problemen des Patienten mit Borderline-Persönlichkeit führt beim Therapeuten oft zu dem Gefühl, einem schwer zu bewältigenden Chaos gegenüberzustehen. Hier geben die Behandlungsstrategien, Behandlungstechniken und ?regeln dem Therapeuten Orientierung und Halt.

In F2 stellen wir die behandlungstechnischen Herausforderungen in der frühen Behandlungsphase dar, in der bereits mehr Raum besteht, die dominanten Objektbeziehungen zu benennen und affektive Austauschprozesse zu klären. In diesem Kursteil wird zudem vermittelt, aus der Fülle der andrängenden Themen das ?wichtigste? zu finden und fokussiert zu bearbeiten.

F3 behandelt die mittlere und fortgeschrittene Behandlungsphase. Hier geht es besonders darum, im Sinne gebotener Klarheit und Tiefe von Deutungen an den Interventionen ?zu feilen?. Zunehmend wird es möglich, mit dem Patienten gemeinsam die Aufmerksamkeit auf abgewehrte Beziehungsaspekte zu lenken und dies im und für den therapeutischen Prozess fruchtbar zu machen. In diesem Kursteil werden Therapieverläufe in aufeinanderfolgenden videographierten Sequenzen dargestellt, um auch auf die Fragen rund um die Beendigung der Therapie einzugehen.

Die Teilnehmer der Fortgeschrittenen-Kurse werden in kontinuierlich stattfindenden Supervisionsgruppen betreut.

Klinische Seminare zur Anwendung des TFP-Verfahrens in unterschiedlichen klinischen Settings (?S-Kurse?) schließen sich an. Hier geht es um spezielle Themen, die vertieft behandelt werden wie z.B.:

  • Stationäre Psychotherapie und Psychosomatik, Teamarbeit, Gruppensetting
  • Stationäre Krisenintervention
  • Forensische Psychotherapie und Psychiatrie
  • Spezifische Traumatherapie in Verbindung mit psychodynamischer Borderline-Therapie
  • Co-Therapeuten und Pflegetherapeuten als Mitglieder eines (stationären) TFP-Teams.

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